Haushaltsplan: Budget seziert (Teil 2)

Haushaltsplan: Budget seziert (Teil 2)
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Kürzlich habe ich damit begonnen, euch mein Haushaltsbudget vorzustellen. Heute geht es weiter mit dem nächsten Teil der detaillierten Beschreibung dieses Haushaltsbudgets. Während ich mich im letzten Beitrag vor allen Dingen um die Ausgabenkategorien gekümmert habe, bei denen du auf keinen Fall jemals in Zahlungsrückstand geraten solltest, wende ich mich heute den Kategorien zu, in denen sich teilweise sehr gutes Einsparungspotenzial ergibt. Starten wir doch direkt und schauen uns die nächsten Details an.

Ernährung

Prozentuale Aufteilung der Haushaltsausgaben
Prozentuale Aufteilung der Haushaltsausgaben

Bei der Ernährung kommt mir zugute, dass meine Expartnerin Leistungssportlerin ist und wir daher seit jeher auf gesunde Ernährung aus frischen und möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln geachtet haben. Das habe ich nach unserer Trennung weitgehend beibehalten. Voriges Jahr, als ich in den ersten Monaten nach der Trennung neben den Kinderalimenten zusätzlich vollen Betreuungsunterhalt gezahlt habe und daher für rund acht Monate für mich selbst wenig mehr als das Existenzminimum zur Verfügung hatte, habe ich das Kunststück fertiggebracht selbst in der teuren Schweiz für Lebensmittel und Drogerieartikel (und ab und zu sogar mal ein Fläschchen Wein) zusammen durchschnittlich weniger als 300 CHF / Monat auszugeben.

Seit Herbst letzten Jahres habe ich den finanziellen Spielraum wieder zurück, und nun haben sich die Lebensmittelkosten auf ca. 350 CHF eingependelt. Da ich aber gelegentliche Grosseinkäufe von gut lagerbaren Lebensmitteln und Haushaltsartikeln mit regelmässigen Kleineinkäufen mische, habe ich hier zwischen einzelnen Monaten immer wieder mal Schwankungen um bis zu 100 CHF über bzw. unter dem Durchschnitt.

Gemäss Bundesamt für Statistik liege ich damit deutlich unter den durchschnittlichen Nahrungsmittelausgaben für Ein-Personenhaushalte, denn bei mir sind neben den Lebensmitteln ja auch alle anderen Dinge des täglichen Bedarfs mit enthalten.

Ich kaufe konsequent weit überwiegend beim Discounter ein und greife nur dann auf einen Orangenen Riesen zurück, wenn ich kurzfristig nur Kleinigkeiten benötige und die 20km Fahrtweg zum Discounter und retour unwirtschaftlich wären. Das bedeutet: wenn der Aufpreis zum Discounter geringer ausfällt als etwa 14 Franken (70rp x 20km), bleibe ich im Dorf. Ob ich 20min zu Fuss unterwegs bin oder mit dem Auto, spielt hingegen keine Rolle für die Entscheidung.

Restaurantbesuche/Ausgang fallen für mich nicht in die Kategorie «planbar» und sind daher ab und an mal eine ausserplanmässige Belastung der Sparquote.

Mobilität

Da ich in einem ländlichen Dorf lebe und zwei schulpflichtige Kinder habe, die ich zu den Besuchswochenenden und den gemeinsamen Ferien bei meiner Expartnerin abzuholen und zurückzubringen habe, ist ein eigenes Auto unvermeidbar. Auf der anderen Seite lege ich beruflich regelmässig grössere Strecken zurück, und die dem Auto gedankte Flexibilität und sehr häufig um Stunden verkürzte Reisedauer im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln stellt ebenfalls einen erheblichen geldwerten Vorteil dar. Benötige ich beispielsweise von meiner Wohnung bis ins Zürcher Bankenviertel mit dem Auto hin und zurück (ohne Staus) keine zwei Stunden, wäre ich mit dem Zug gut drei Stunden unterwegs und hätte zusätzlich noch etwa 30min Fussweg zurückzulegen.

Ich gehe zwar recht gerne an der frischen Luft spazieren und wandern, aber bitte in meiner Freizeit im Grünen und nicht mit einer Notebooktasche auf den Schultern. Die eingesparte Reisedauer kann ich als zusätzliche Freizeit nutzen und setze diese traditionell mit mindestens Faktor 1.5 meines Stundenlohns im Berufsleben an. Ein vom Arbeitgeber gesponsortes Halbtaxabo habe ich auch, wenn für einen Aussentermin doch einmal der ÖV effizienter ist, und die Spesen werden dann erstattet. Weil ich den Tiefgaragenplatz bereits bei der Miete berücksichtigt habe, fallen in meinem sehr speziellen Fall ausser dem Parkplatz im Büro fast keine nennenswerten Mobilitätskosten an.

Freizeit

Die Vorliebe fürs Wandern habe ich bereits erwähnt. Ausser der Wanderausrüstung, die alle paar Jahre mal etwas aufgefrischt werden muss, stellt dies keinen Kostenfaktor dar. Ein lange nicht mehr genutztes Velo (hochdeutsch: Fahrrad) habe ich im Keller, dafür müsste ich wohl mal ein paar Franken zwecks Generalüberholung in die Hand nehmen. Mein «kostspieligstes» Hobby in sportlicher Hinsicht ist das Jahresabo fürs Hallenbad, da ich dort regelmässig die Kacheln zähle, um einen körperlichen Ausgleich für meinen sehr bildschirmlastigen Job zu haben.

Für den Webspace und meine Domains zahle ich monatlich knapp 20 EUR an meinen Stammdienstleister Artfiles aus Hamburg, dem ich seit 20 Jahren die Treue halte. Es gäbe billigere Alternativen, die gleichwohl nicht preiswerter wären. In diesem Punkt halte ich es nach dem Motto «warum etwas ändern, das sich seit Jahrzehnten bewährt?». Erst kürzlich wurde ich wegen des gestiegenen Traffics auf dem Blog mit dem ganzen Paket kostenfrei auf einen besseren Server verlegt.

Ein zweites in der Theorie kostspieliges Hobby gönne ich mir noch: ich bin seit einigen Jahren leidenschaftlicher Sammler gewisser Legosets. Die haben allerdings ähnlich wie gewisse Sammelkarten den angenehmen Nebeneffekt, dass sie im Durchschnitt eine mit einer Investition in Aktien vergleichbare jährliche Wertentwicklung durchmachen. Das kann man beispielsweise bei Bricklink gut nachvollziehen. Dazu kommt, dass ich bei Ricardo einen untrüglichen Riecher für Schnäppchen habe, so dass meine Sammlung inzwischen einen fünfstelligen Betrag wert ist, mich aber bei der Anschaffung nur wenig mehr als ein Drittel dessen gekostet hat. Sets, die ich als «Beifang» während der Schnäppchenjagd doppelt und dreifach erwerbe sowie wertvolle Minifiguren und sortierte Steinkonvolute verkaufe ich regelmässig mit hohen Gewinnmargen weiter, so dass dieses Hobby in der Praxis quasi selbstrefinanzierend ist. Hier weigere ich mich übrigens, die investierte Zeit monetär zu bewerten, sondern betrachte dieses Hobby allein unter dem Spassfaktor.

Rückstellungen

Es kann immer mal vorkommen, dass im Haushalt etwas kaputt geht. Da klassische Glühbirnen ausgedient haben, muss ein anderes Beispiel her: die Mietverträge in der Schweiz sehen für die Reparatur und den Ersatz von defekten Kleinteilen von mit der Wohnung mitvermieteten Elektrogeräten einen sogenannten «Kleinen Unterhalt» vor, der in der Regel bis zu 150 CHF pro Reparaturfall betragen darf. Leider sind ausserdem viele Geräte ja heutzutage nicht mehr so lange haltbar wie noch vor 20 Jahren (meinen Mikrowellenherd, den ich Mitte der 90er zu meinem Auszug in die erste eigene Wohnung gekauft hatte, besitze und nutze ich noch heute; in der gleichen Zeit verwende ich mittlerweile die dritte Waschmaschine).

In Haushalten, die nicht gut sparen können oder wollen, reissen solche Ersatzbeschaffungen schnell ein schwerwiegendes Loch in die Haushaltskasse. Ich beuge seit Jahrzehnten dagegen vor, indem ich für jedes angeschaffte Gerät innerhalb der Garantiefrist den Wiederbeschaffungswert beiseitelege. Also schreibe ich die Geräte sozusagen über ihre Garantiezeit ab, nicht über ihre erwartbare Nutzungsdauer. Der Vorteil ist, dass mich ein irreparabler Defekt kurz nach Ablauf der Garantiefrist zwar ärgert, finanziell aber nicht spürbar wehtut, und falls ein Gerät weit über die Abschreibungsdauer hält, kann ich die angesammelten Rückstellungen auflösen und ins Sparvermögen überführen. Über meine bisherige Lebenserfahrung hinweg hat sich ein Wert von ca. 100 Franken pro Monat als brauchbare Richtgrösse erwiesen, wobei ich mich ja um den Ersatz von Kühlschrank, Herd, Backofen und Spülmaschine nicht kümmern muss, weil dies das Risiko des Vermieters ist. In Deutschland fiel die Rückstellung für Ersatzbeschaffungen damals daher grösser aus.

Franchise und Selbstbehalt

Zur Krankenversicherung kommen hier die Rückstellungen hinzu, die ich für die Bezahlung meiner Franchise und der bis zu 700 Franken Selbstbehalt pro Jahr einkalkulieren muss. Unabhängig von der tatsächlich für das Jahr gewählten Franchise gehe ich hier seit jeher vom Worst Case aus. Habe ich über einen Zeitraum von gut zwei Jahren diesen Topf nicht anpacken müssen, werden die zukünftigen monatlichen Rückstellungen direkt der Sparquote zugeschlagen, und zwar so lange bis wieder ein Schadensfall (lies: Arztbesuch) eintritt. Anschliessend wird der Topf erneut gefüllt, bis er wieder voll ist.

Der Denkansatz hat übrigens noch einen unschätzbaren Vorteil: der durchschnittliche Schweizer ist völlig überversichert. Kritiker behaupten immer wieder, Schweizer hätten eine Vollkaskomentalität. Den Vorwurf kann ich insofern nicht teilen, weil die Schweiz sehr viel auf Eigenverantwortung und auf das Verursacherprinzip setzt, doch in Sachen Versicherungen haben die Kritiker einen Punkt für sich. Zu den wohl überflüssigsten Versicherungen überhaupt zählt die Zusatzversicherung für Zahnersatz und Kieferorthopädie für Kinder, die von sehr vielen Familien bereits zur Geburt eines Kindes abgeschlossen wird

Davon abgesehen, dass bei vielen Zusatzversicherungen eine Fussangel lauert, weil der Zahnersatz-Passus erst greift, wenn mindestens ein Elternteil dieselbe ZV abgeschlossen hat (und die Prämien für den Elternteil ein Vielfaches der Kinderprämie ausmachen), haben Einwanderer wie meine Familie und ich hier eh die A….-Karte, weil wir altersbedingt gar keine Chance mehr auf halbwegs günstige Prämien ohne bestimmte Fallausschlüsse haben. Weitere Nachteile sind der Locked-In-Effekt (ein nachträglicher Wechsel der Zusatzversicherung ist zumeist illusorisch) und die unvorhersehbare Prämienentwicklung.

Dass jedwede Art von Krankenzusatzversicherungen sich verkauft wie geschnitten Brot zeigt sehr deutlich, wie schlecht es um die finanzielle Bildung in der Schweiz bestellt ist.

Zusatzversicherungen überflüssig

Der Gag ist folgender: wenn ich für ein Neugeborenes eine ZV für Zahnersatz und Kieferorthopädie abschliesse, zahle ich monatlich wohl mindestens 30 CHF an Versicherungsprämien, ohne zu wissen, ob mein Kind diesen Versicherungsschutz je wird in Anspruch nehmen müssen. Auf zehn Jahre gerechnet kommen da pro Kind also ein paar Tausender zusammen, zumal die Prämien ja nicht das Leben lang so niedrig bleiben.

Es ist in diesem speziellen Fall viel cleverer, sich sozusagen selbst zu versichern, indem du kurzerhand den Gegenwert dieser Versicherungsprämien per monatlichem Dauerauftrag auf ein Sparkonto transferierst. Das lässt sich bestens mit der Franchisenrückstellung kombinieren, die du ja eh machst. Sollte sich nun tatsächlich herausstellen, dass der gedeihende Nachwuchs irgendwann eine Zahnkorrektur benötigt, kannst du kurzerhand auf diesen reichhaltig gefüllten Topf zurückgreifen und die kieferorthopädische Behandlung problemlos aus eigener Tasche bezahlen. Die Zeiten, in denen dies 15’000 Franken und mehr gekostet hat, sind nämlich schon seit vielen Jahren vorbei – spätestens seit das Patent auf Invisaligns abgelaufen ist und es viele Nachahmer dieses Konzepts gibt.

Scheust du dich obendrein nicht, dir einen guten Kieferorthopäden ennet der Grenze zu suchen (ich kann da eine Praxis in Lörrach empfehlen), kann die Behandlung sogar richtig preiswert werden, und obendrein lässt sich der regelmässige Kontrollbesuch in der Praxis noch mit einem ausgedehnten Grosseinkauf kombinieren (zollfreie Freigrenze 300 CHF pro Mitfahrer pro Tag, und die Kinder zählen mit). Meine kleine Comtessa hat leider die grossen Zähne und den kleinen Kiefer von mir geerbt und hatte bereits im Alter von acht Jahren ziemlich extreme Zahnfehlstellungen, weil ihr Körper aus irgendeinem Grund der Meinung war und ist, möglichst viele Milchzähne noch vor der Pubertät durch ihre bleibenden Pendants austauschen zu wollen. Dank der Invisalign-Behandlung, die nun insgesamt rund zwei Jahre dauerte und mich nur etwas über 3.000 EUR gekostet hat, hat meine Kleine nun ein perfektes Gebiss. Und diese Kosten hatte ich über die Franchiserückstellung meiner kleinen Familie bereits 2012 komplett angespart.

Sonstige Rückstellungen

Zuguterletzt fallen noch die Kleinbeträge für Geschenke für Kinder, Freunde, Familie in diese Kategorie, sofern du das als planbare Ausgabe betrachtest und über das Jahr verteilt bereits ansparen möchtest. Zumindest für Weihnachten (das kommt bekanntlich immer viel zu plötzlich) kann das für manchen empfehlenswert sein. Ich habe diesen kleinen Topf deshalb immer gefüllt, damit ich bei der Geschenkeauswahl für meine Expartnerin nicht auf den Gedanken kam meine eigene Budgetgrenze zu überschreiten (und habe mich dann trotzdem nicht immer dran gehalten, lach).

Alimente

Ein Budgetposten, den ich dir nicht wünsche, sind die Kinderalimente, die ich aber noch für mindestens 11 Jahre einplanen muss. Allerdings darf ich durchaus dankbar betonen, dass unsere Trennung auch in diesem Punkt ein gutes Ende gefunden hat. Da wir während unserer Beziehung trotz nur eines Einkommens bereits eine hohe Sparquote von rund 30% p.a. hatten (ausgehend vom Bruttogehalt), und da meine Expartnerin inzwischen eine ebenfalls sehr gut bezahlte Arbeitsstelle hat und sie obendrein bei der Trennung eine günstige Wohnung für sich und unsere Kinder gefunden hat, sind wir in der im Unterschied zu sehr vielen Trennungspaaren komfortablen Lage, dass wir von Anfang an keine Mangelsituation hatten.

Die ersten Monate musste ich wie oben beschrieben den Gürtel enger schnallen (und 2020 ist daher ein heftiger Knick in meinen Vorsorgebestrebungen gewesen), doch waren wir uns von Anfang an einig, dass unsere Kinder möglichst wenig darunter leiden sollen, dass wir unsere gemeinsame Beziehung nicht mehr fortführen wollten. Dadurch, dass sie eine Wohnung in Laufweite gefunden hat, treffen meine Kinder und ich uns so oft wir wollen. Dank der Pandemiesituation (makaber, aber das rechne ich tatsächlich als direkten Benefit) haben wir nach Vollzug der räumlichen Trennung sehr schnell einen Weg gefunden, freundschaftlich miteinander umzugehen und als Elternteam für unsere Kinder gut zu funktionieren.

Obendrein hat die Pandemie gezeigt, dass wir uns im Notfall trotz der Trennung nach wie vor aufeinander verlassen können. Die Kinderalimente, die ich ihr heute überweise, liegen weitgehend im Rahmen dessen, was ich für unsere Kinder bereits während unserer Beziehung monatlich ausgegeben habe (und machen gleichwohl jährlich einen mittleren fünfstelligen Betrag aus). Dabei bin ich mir völlig bewusst, dass unsere Konstellation extrem selten zu finden ist, und ich bin sehr dankbar dafür und etwas stolz darauf, dass wir es in so kurzer Zeit geschafft haben, die Trennung zu überwinden und zu einem guten, freundschaftlichen und nachhaltigen Miteinander gefunden zu haben.

Steuern

Der letzte Kostenabschnitt, der sich in meinem Fall prozentual zwischen Miete und Versicherungen schiebt, sind die Steuern, die an Bund, Kanton und Gemeinde zu entrichten sind. Als gebürtiger Deutscher war ich es früher gewohnt, von vornherein nur den Nettolohn nach Abzug der Einkommensteuer ausgezahlt zu bekommen. Diesen Aspekt der Bevormundung von frisch eingewanderten Ausländern, dass von uns die Quellensteuerpflicht verlangt wird, habe ich daher überhaupt nicht als störend empfunden.

Ich kenne sogar viele Schweizer, die regelrecht neidisch auf die quellenbesteuerten Ausländer sind, weil anscheinend vielen die notwendige Disziplin fehlt, das ganze Jahr über bereits ausreichend Geld für die Steuerzahlung zurückzulegen. Und es gibt offenbar relativ viele Gemeinden in der Schweiz, in denen es nicht möglich ist einen Dauerauftrag einzurichten, um die Kantons- und Gemeindesteuern monatlich akonto zu überweisen. Manche Gemeinden verschicken den Akontobescheid mit entsprechendem Einzahlungsschein so spät, dass schon das halbe Jahr vorbei ist, und zumindest für die Bundessteuer existiert die Möglichkeit der aufgeteilten Akontozahlung überhaupt nicht.

Ich handhabe es deshalb normalerweise so, dass ich ab Januar monatlich je 1/12 der Kantons- und Gemeindesteuern des Vorjahres beiseitelege, bis ich meinen Akontobescheid fürs laufende Kalenderjahr erhalte. Sodann richte ich einen Dauerauftrag ein (bzw. passe den vorhandenen erneut an), die Akontozahlungen auf die restlichen Monate des Jahres zu verteilen, wobei ich im Zweifelsfall auf den Sidepot mit der Steuerrückstellung zurückgreife. Wenn ich dann im November den Brief erhalte «Verglichen mit Ihrem Akontobescheid haben Sie noch xxxx Franken zu wenig überwiesen», leiste ich entweder im Dezember zusätzlich zum Dauerauftrag, der mit dem 31.12. automatisch wieder deaktiviert wird, eine letzte manuelle Überweisung, oder ich stelle fest, dass ich aus der Vorjahresperiode noch genug Steuerguthaben beim Steueramt habe, dass ich keine Ausgleichszahlung mehr leisten muss.

Zur Steueroptimierung gibt es selbstverständlich etliche Tricks und Tipps. Neben den berufsbedingten Abzügen und dem Pauschalabzug für Vermögensverwaltungskosten auf meinen Wertschriftenerträgen machen bei mir zwei Posten den grössten Effekt aus: selbstverständlich darf ich die Kinderalimente, die ich meiner Expartnerin überweise, vom Steuerbaren Einkommen abziehen (und sie versteuert sie umgekehrt als Einkommen, hat dafür aber den Familientarif und die Kinderabzüge zugute). Das ist mit weitem Abstand bislang der grösste Einzelabzug, den ich als Mieter geltend machen kann. Und dann ist da noch meine Einzahlung in die Säule 3A, die als Vorsorgeaufwendung ebenfalls voll abzugsfähig ist.

Unter dem Strich bewirken die Abzüge in meinem Fall, dass meine Steuerbelastung im Singletarif inkl. Bundessteuer und Vermögenssteuer etwa 10% meines Bruttolohns ausmacht. Luzern liegt im Steuerwettbewerb der Kantone im Mittelfeld, deshalb wäre die Steuerbelastung in vielen anderen Kantonen erheblich höher.

Last words

Der heutige Artikel ist wieder dicht mit Informationen gespickt. Darf ich dich um dein Feedback bitten, ob das eher zu viel auf einmal ist und ich den ganzen Input besser auf mehrere Artikel verteilen soll, oder soll es im Gegenteil sogar noch kompakter werden? Klar, die Anekdoten und Einblicke in meine persönlichen Verhältnisse blähen das Ganze etwas auf, doch ohne einen nachvollziehbaren Einblick in mein Leben und damit in die gelebte Praxis fände ich die Materie selbst zu trocken. Wie geht es dir bei komplexen Themen wie diesem? Profitierst du davon, wenn du nicht nur Theorie serviert bekommst, sondern jemand seine Praxiserfahrungen mit dir teilt?

 

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